Reliefe des Meeres von Delia Nordhaus

Zu sehen sind die Reliefe vom 05.03. - 15.04.2010, 

Dienstags bis Freitags von 16:00 - 18:00 Uhr, Sonntags von 11:00 - 13:00 Uhr sowie nach Vereinbarung 

in der Stedinger Landstr. 5 in 27751 Delmenhorst (Tel. 04221-2890280, www.atelier-berger.com).



Klicken Sie auf die Bilder, um sie zu vergrößern!


See-Pferd




Größe: 115 x 120 cm

Material: Mischtechnik, Acryl auf Unterkonstruktion, Firnis

Rahmen: Yellow-Pine, massiv

Preis: 3500.- *** verkauft ***

Feuer-Fisch




Größe: 115 x 120 cm

Material: Mischtechnik, Acryl auf Unterkonstruktion, Firnis

Rahmen: Lärche, massiv

Preis: 3600.-

Qualle




Größe: 120 x 115 cm

Material: Mischtechnik, Acryl auf Unterkonstruktion, Firnis

Rahmen: Schwarzblech, eloxiert und lackiert

Preis: 3200.-

Nautilus




Größe: 115 x 120 cm

Material: Mischtechnik, Acryl auf Unterkonstruktion, Firnis

Rahmen: Kupfer, eloxiert und lackiert

Preis: 3800.-

Quasten-Flosser




Größe: 120 x 120 cm

Material: Mischtechnik, Acryl auf Unterkonstruktion, Firnis

Rahmen: Edelstahl, gebürstet

Preis: 3800.- ***verkauft***

Krake




Größe: 120 x 115 cm

Material: Mischtechnik, Acryl auf Unterkonstruktion, Firnis

Rahmen: Schwarzblech, eloxiert und lackiert

Preis: 3600.-

Wasser-Schildkröte




Größe: 120 x 115 cm

Material: Mischtechnik, Acryl auf Unterkonstruktion, Firnis

Rahmen: Konstruktionsholz

Preis: 2800.-

Mond-Fisch




Größe: 115 x 120 cm

Material: Mischtechnik, Acryl auf Unterkonstruktion, Firnis

Rahmen: Vollglas, 4 cm

Preis: 3800.- ***verkauft***





Reliefbilder - Der Film







Berührungen
Was erschüttert das Auge mit Ausnahme des Unsichbaren ?

Ein Essay über das Fühlen von Bildern: Die Reliefbilder von Delia Nordhaus

“Bitte nicht berühren!“ - “Please don`t touch!“
Dies ist einer der üblichen Hinweise, mit denen der Kunstinteressierte und Liebhaber beim musealen Rundgang durch klimatisierte, überwachte und ehrfurchtgebietende Hallen konfrontiert ist.
Passiert es einmal doch, dass einer aus einer impulsiven, verwerflichen - wahrscheinlich kindlichen!- Handlung ein Kunstwerk versehentlich berührt, ist augenblicklich ein strenger Wächter der Kunst zugegen, der ermahnend den Kunstliebhaber darauf hinweist, dass dies auf keinen Fall erlaubt sei.

Die Frage, die sich hier stellt, ist, ob ein Kunstwerk in seinem Wesen von menschlicher Seite überhaupt über einen rein visuellen Eindruck erfasst werden kann, ohne dass eine körperliche Berührung stattfindet. Denn: besitzt nicht das Wort „Berührung“ sowohl eine seelische, als auch physisch bezogene Konnotation? Und: muss das Begreifen eines Gegenstandes auch semantisch nicht immer mit einer körperlichen Handlung verbunden bleiben, um dem Anspruch auf ein vollständiges Erfassen desselben gerecht zu werden?

Den (nur scheinbaren) Widerspruch zwischen Sehen, Begreifen, Erfühlen und Verstehen löst die Künstlerin Delia Nordhaus mit ihrer Bildserie „Berührungen“ auf, indem sie dazu einlädt, ihre sowohl plastisch, als auch optisch gestalteten (Relief)bilder zunächst im Dunkeln zu erfühlen. Um sie dann auch bei Licht in Augenschein nehmen zu können, um die inneren Bildwelten und Erfahrungen mit den äußeren, visuellen vergleichen zu können.

Schon der Gegenstand ihrer (doch gegenständlichen) Malerei entzieht sich dem alltäglich-irdischem Auge, denn es handelt sich um Wesen, die hauptsächlich im Wasser (genaugenommen im Meer) leben. Tiere, die seit Millionen von Jahren kaum evolutioniert sind und zum Teil als Fossilien existieren, weisen derartig skurrile Züge und Besonderheiten auf, dass die Verlockung unwiderstehlich scheint, sie kennenzulernen: Ein Seepferdchen beispielsweise kann locker die Augen einzeln bewegen und die männlichen Tiere bekommen hier die Jungen. Der Mondfisch ist so flach wie die planetarische Scheibe und besitzt zur Fortbewegung keine Schwanzflosse, eine Krake wechselt ihre Farbe und passt sich so an die Meereslandschaft an und so fort.

Die Besonderheiten und die Spezialisierung der einzelnen Tiere steht symptomatisch für das Besondere und Individuelle in jedem einzelnen Menschen. Gleichzeitig geht mit dieser Ausstellung eine Einladung an alle Menschen, sich dem Neuen und Fremdartigem zu öffnen, auch und gerade innerhalb der menschlichen Spezies. Um sich dann davon berühren zu lassen.
Vergangenheit und Gegenwart, Land und Meer dürfen sich ebenfalls berühren, denn hier sind fossile, das heißt zu Stein und irdisch gewordene Wesen durchaus noch lebendig! Eigene Geschichte schreibt hier die Künstlerin, wenn es ihr ein Anliegen ist, das eigene Wesen und die eigenen Träume das ganze Leben hindurch zu bewahren, sie quasi „fossil“ zu machen, sie zu leben und zu verkörpern.

Entgrenzung und Verbindungschaffendes muss auch in Hinblick auf die Klassifizierung der einzelnen Kunstgattungen geschehen: Malerei, Skulptur und Bildhauerei dürfen sich berühren, lösen sich ineinander auf und entziehen sich so einer Normierung.

Letztendlich berühren sich hier auch die inneren und äußeren menschlichen Bildwelten, und die Erkenntnis kann sich einstellen, dass das, was im Inneren erfühlt wird, letztendlich im Außen auch sichtbar wird.
Menschliches Potential, nämlich Phantasieren und die Kraft zur Vorstellung durch die Geste des Berührens, verweist somit auf eine göttlich zu nennende Fähigkeit, nämlich das tatsächlich physische und materielle Erschaffen von Welten.
Anscheinend bedarf es dazu &endash; biblisch gesprochen- der Dunkelheit und des Lichtes.


Manuela Gangl