Die "RELIEFE" von DELIA NORDHAUS


Rückblick:
AUSSTELLUNG "TIEFGANG - RELIEFE DES MEERES", März 2010

Projektionsrelief


Mit einer Vernissage am 05.03.2010 um 19:00 Uhr wurde die  Ausstellung
"Tiefgang - Reliefe des Meeres" in der Galerie Atelier BerGer in Delmenhorst eröffnet.
Es sprach die Kunstwissenschaftlerin Bärbel Schönbohm.

Die Werkserie “Reliefe” durchlief einen siebenjährigen Entwicklungsprozess, bis ihr skulpturaler Aufbau schließlich die Motive außerordentlich plastisch erfahrbar macht: 
Quallen, Kraken und Fische schwimmen dem Betrachter entgegen und lassen unwillkürlich die Hand nach ihnen ausstrecken
.

In einem ersten Schritt entwickelte Nordhaus ein spezielles Trägermaterial, Rahmen und eine reliefartige Oberfläche. Ihre Farbigkeit spricht eine ausdrucksvolle Sprache und steht im direkten Dialog zu ihrer Form. Im weiteren Prozess verzichtet die Künstlerin nun auf diesen Dialog und lässt Farbe weg, um die Form für sich sprechen zu lassen. Es entstehen “Weiße Reliefbilder”, die mit Hilfe farbiger Licht-Projektionen lebendig werden. So scheint ein Fisch zu schwimmen und kommt dennoch nicht von der Stelle. Ein Stück Realität wird erzeugt und bleibt am Ende doch eine Illusion. Auch spielt Nordhaus mit der Wirkung von Oberflächengestaltung bis hin zu dem Schritt, 2003 eine spezielle Ausstellung für blinde Menschen im Universum Bremen zu konzipieren...

Text: Sonja Funke


seepferdchenkopf



Die Preise der Reliefe variieren je nach Motiv/Größe.
Um eine Vorstellung zu bekommen: Der abgebildete Seepferdchen-Kopf
z.B. ist für einen Preis von 580,- €
als Original käuflich.
(incl.Rahmung/ Format 45x50 cm)
Auch gestalte ich Ihnen gerne IHR persönliches Relief!
Setzen Sie sich dazu telefonisch 01746432184 oder per mail info@delianordhaus.de mit mir in Verbindung.

Dann sende ich Ihnen gerne eine Preisliste zu.

Klicken Sie auf die Bilder, um sie zu vergrößern!



See-Pferd




Größe: 115 x 120 cm

Material: Mischtechnik, Acryl auf Unterkonstruktion, Firnis

Rahmen: Yellow-Pine, massiv

 *** verkauft ***

Feuer-Fisch




Größe: 115 x 120 cm

Material: Mischtechnik, Acryl auf Unterkonstruktion, Firnis

Rahmen: Lärche, massiv

Preis: auf Anfrage

Qualle




Größe: 120 x 115 cm

Material: Mischtechnik, Acryl auf Unterkonstruktion, Firnis

Rahmen: Schwarzblech, eloxiert und lackiert

Preis: auf Anfrage

Nautilus




Größe: 115 x 120 cm

Material: Mischtechnik, Acryl auf Unterkonstruktion, Firnis

Rahmen: Kupfer, eloxiert und lackiert

Preis: auf Anfrage

Quasten-Flosser




Größe: 120 x 120 cm

Material: Mischtechnik, Acryl auf Unterkonstruktion, Firnis

Rahmen: Edelstahl, gebürstet

***verkauft***

Krake




Größe: 120 x 115 cm

Material: Mischtechnik, Acryl auf Unterkonstruktion, Firnis

Rahmen: Schwarzblech, eloxiert und lackiert

Preis: auf Anfrage

Wasser-Schildkröte




Größe: 120 x 115 cm

Material: Mischtechnik, Acryl auf Unterkonstruktion, Firnis

Rahmen: Konstruktionsholz

Preis: auf Anfrage

Mond-Fisch




Größe: 115 x 120 cm

Material: Mischtechnik, Acryl auf Unterkonstruktion, Firnis

Rahmen: Vollglas, 4 cm

***verkauft***





Reliefbilder - Der Film







Berührungen
Was erschüttert das Auge mit Ausnahme des Unsichbaren ?

Ein Essay über das Fühlen von Bildern: Die Reliefbilder von Delia Nordhaus

“Bitte nicht berühren!“ - “Please don`t touch!“
Dies ist einer der üblichen Hinweise, mit denen der Kunstinteressierte und Liebhaber beim musealen Rundgang durch klimatisierte, überwachte und ehrfurchtgebietende Hallen konfrontiert ist.
Passiert es einmal doch, dass einer aus einer impulsiven, verwerflichen - wahrscheinlich kindlichen!- Handlung ein Kunstwerk versehentlich berührt, ist augenblicklich ein strenger Wächter der Kunst zugegen, der ermahnend den Kunstliebhaber darauf hinweist, dass dies auf keinen Fall erlaubt sei.

Die Frage, die sich hier stellt, ist, ob ein Kunstwerk in seinem Wesen von menschlicher Seite überhaupt über einen rein visuellen Eindruck erfasst werden kann, ohne dass eine körperliche Berührung stattfindet. Denn: besitzt nicht das Wort „Berührung“ sowohl eine seelische, als auch physisch bezogene Konnotation? Und: muss das Begreifen eines Gegenstandes auch semantisch nicht immer mit einer körperlichen Handlung verbunden bleiben, um dem Anspruch auf ein vollständiges Erfassen desselben gerecht zu werden?

Den (nur scheinbaren) Widerspruch zwischen Sehen, Begreifen, Erfühlen und Verstehen löst die Künstlerin Delia Nordhaus mit ihrer Bildserie „Berührungen“ auf, indem sie dazu einlädt, ihre sowohl plastisch, als auch optisch gestalteten (Relief)bilder zunächst im Dunkeln zu erfühlen. Um sie dann auch bei Licht in Augenschein nehmen zu können, um die inneren Bildwelten und Erfahrungen mit den äußeren, visuellen vergleichen zu können.

Schon der Gegenstand ihrer (doch gegenständlichen) Malerei entzieht sich dem alltäglich-irdischem Auge, denn es handelt sich um Wesen, die hauptsächlich im Wasser (genaugenommen im Meer) leben. Tiere, die seit Millionen von Jahren kaum evolutioniert sind und zum Teil als Fossilien existieren, weisen derartig skurrile Züge und Besonderheiten auf, dass die Verlockung unwiderstehlich scheint, sie kennenzulernen: Ein Seepferdchen beispielsweise kann locker die Augen einzeln bewegen und die männlichen Tiere bekommen hier die Jungen. Der Mondfisch ist so flach wie die planetarische Scheibe und besitzt zur Fortbewegung keine Schwanzflosse, eine Krake wechselt ihre Farbe und passt sich so an die Meereslandschaft an und so fort.

Die Besonderheiten und die Spezialisierung der einzelnen Tiere steht symptomatisch für das Besondere und Individuelle in jedem einzelnen Menschen. Gleichzeitig geht mit dieser Ausstellung eine Einladung an alle Menschen, sich dem Neuen und Fremdartigem zu öffnen, auch und gerade innerhalb der menschlichen Spezies. Um sich dann davon berühren zu lassen.
Vergangenheit und Gegenwart, Land und Meer dürfen sich ebenfalls berühren, denn hier sind fossile, das heißt zu Stein und irdisch gewordene Wesen durchaus noch lebendig! Eigene Geschichte schreibt hier die Künstlerin, wenn es ihr ein Anliegen ist, das eigene Wesen und die eigenen Träume das ganze Leben hindurch zu bewahren, sie quasi „fossil“ zu machen, sie zu leben und zu verkörpern.

Entgrenzung und Verbindungschaffendes muss auch in Hinblick auf die Klassifizierung der einzelnen Kunstgattungen geschehen: Malerei, Skulptur und Bildhauerei dürfen sich berühren, lösen sich ineinander auf und entziehen sich so einer Normierung.

Letztendlich berühren sich hier auch die inneren und äußeren menschlichen Bildwelten, und die Erkenntnis kann sich einstellen, dass das, was im Inneren erfühlt wird, letztendlich im Außen auch sichtbar wird.
Menschliches Potential, nämlich Phantasieren und die Kraft zur Vorstellung durch die Geste des Berührens, verweist somit auf eine göttlich zu nennende Fähigkeit, nämlich das tatsächlich physische und materielle Erschaffen von Welten.
Anscheinend bedarf es dazu &endash; biblisch gesprochen- der Dunkelheit und des Lichtes.


Manuela Gangl